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Aussegnungshalle und Friedhofskapelle in Ahaus

– Im Zuge meiner langjährigen Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Fourmove aus Münster ergeben sich immer wieder außergewöhnliche und besonders spannende Architekturproduktionen - wie die “Kapelle Ahaus”

Aussegnungshalle und Friedhofskapelle in Ahaus
Sanierte Friedhofskapelle in Ahaus @ Philip Kistner

Im Zuge meiner langjährigen, guten Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Fourmove aus Münster ergeben sich immer wieder außergewöhnliche und besonders spannende Architekturproduktionen - wie die “Kapelle Ahaus”. Die 2015 initiierte Sanierung der Aussegnungshalle und der Friedhofskapelle der im Münsterland gelegenen Stadt Ahaus durfte ich nach Fertigstellung in diesem Jahr visuell dokumentieren. Im Fokus stand dabei das Thema Licht und Schatten.

Das architektonische Konzept dieses Bauwerks ist mutig und modern: Statt dunkler Gemäuer setzten die vier beteiligten Architekten Manuel Böwing, Marcus Duldner, Alexander Stellmach und Peer Weber auf lichtdurchflutete Räumlichkeiten mit bodentiefen Fensterfronten und modern-minimalistischer Designsprache. Um trotzdem einen Wiedererkennungswert zum Ursprungsgebäude zu schaffen, blieben die Betonpfeiler aus den 1960er Jahren erhalten und wurden stilsicher in das neue Bauwerk integriert.

Übrigens: Mit Marcus Duldner von Fourmove habe ich bereits ein spannendes Interview zu seinem Verständnis von Architektur und Fotografie geführt - Sie finden Sie das Interview mit Marcus Duldner.

Meinen fotografischen Fokus habe ich auf die vier zentralen Entwurfselemente des Baukomplexes gerichtet: Wegführung, Materialität, Licht und Natur. Durch die großen Glasfassaden und die helle Farbgebung wirkt vor allem die Kapelle leicht, nahezu erleichternd. Sie führt die Blicke der Trauernden in die Natur und schafft so bewusst einen Kontrast zur Trauer um die Hinterbliebenen.

Gleichzeitig war mir wichtig zu zeigen, dass bei einem Bau dieser Art auch Intimität und Geborgenheit eine große Rolle spielen. So werden die beiden zentralen Innenhöfe, in denen sich die Trauernden aufhalten können, von einem Mauerelement abgeschirmt, das, je nach Betrachtungswinkel, gleichzeitig als Blickfang und Blickschutz fungiert. Generell ist die Materialität der Fassade ein Highlight des architektonischen Entwurfs von Fourmove. Besonders hervorgehoben wird das durch die Dreidimensionalität der Klinkerfläche (Klinker Weimar HS von Hagemeister) an der Aussegnungshalle.

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Neben der Materialität stand, wie bereits erwähnt, für die Architekten das Zusammenspiel aus Licht und Schatten im Mittelpunkt. In meinen Aufnahmen spielt daher die Geometrie der Schattenwürfe, eine große Rolle. Dabei ließ ich mich vom Gedanken treiben, dass Licht und Schatten, genau wie Leben und Tod zwei Elemente sind, die ohne einander nicht existieren könnten. Daher war es mir wichtig, die Aussegnungshalle und die Kapelle als ein friedliches, in sich ruhendes und hoffnungsvolles Bauwerk darzustellen. Peer Weber, einer der beteiligten Architekten von Fourmove, teilte meine Eindrücke: “Unserem Architekturfotografen Philip Kistner ist es besonders gut gelungen das Objekt bei verschiedenen Tageszeiten und entsprechenden Stimmungen zu erfassen. Die Fotos spiegeln genau unseren Entwurfsgedanken - das Zusammenspiel von Licht und Schatten sowie die Verbindung der vier zentralen Elemente Wegführung, Materialität, Licht und Natur - wider.”


"Die Fotos spiegeln genau unseren Entwurfsgedanken - das Zusammenspiel von Licht und Schatten sowie die Verbindung der vier zentralen Elemente Wegführung, Materialität, Licht und Natur - wider.

Peer Weber, Fourmove Architekten
Sanierte Friedhofskapelle in Ahaus @ Philip Kistner

Meine Aufnahmen wurden im Nachgang dazu genutzt, das Projekt beim international anerkannten Fritz-Höger-Preis zu einzureichen, der für besondere Bauwerke der Backstein-Architektur ausgelobt wird. Fourmove nutze dabei meine Bilder zur Zusammenstellung einer visuell aussagekräftigen Projektmappe. Die Aufnahmen wurden dabei zur Flankierung einer Projektbeschreibung, Projektskizzen und Lageplänen verwendet und markierten das visuelle Highlight der Präsentation. Die eingereichten Unterlagen sind ein Paradebeispiel dafür, welchen Wert Architekturfotografie auch für die Vermarktung von Architekturprojekten haben kann. Mehr zu den Möglichkeiten des Reputationsaufbaus mithilfe von einzigartigen Bildern, finden Sie in unserem zweiteiligen Praxisratgeber “Marketing für Architekten”.

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